In Ostdeutschland kennt sie jedes Kind – die Soljanka. In der DDR-Gastronomie gehörte die säuerlich-deftige Suppe mit Wursteinlage auf jede Speisekarte und wurde hauptsächlich als Vorspeise serviert. Die Soljanka hat die Wendezeit trotz Döner, Sushi und Pizza überstanden und ist bis heute der führende Suppenklassiker in ostdeutschen Imbissbuden, Restaurants und Betriebskantinen von Dresden bis Stralsund. Auch die Regale ostdeutscher Supermärkte halten ein breites Sortiment an Dosensoljanka bereit.
Wie und warum gerade diese Suppe, die als kulinarisches Relikt früherer Waffen- und Klassenbrüderschaft mit der Sowjetunion gelten kann, einst den Weg aus einer Gulaschkanone der Westtruppe der sowjetischen Streitkräfte in den Kochtopf eines DDR-Haushalts fand, ist unbekannt. Tauschte da eine sowjetische Offiziersgattin bei einem Freundschaftsabend Rezepte mit der Ehefrau des NVA-Offiziers aus? Oder kosteten NVA-Soldaten beim gemeinschaftlichen Manöver von der Suppe des Waffenbruders und fanden Gefallen an ihr? Auf jeden Fall blieb nach dem Abzug der russischen Truppen aus Deutschland neben stillgelegten Flugplätzen und verwaisten Kasernen die Soljanka zurück und erinnert uns an 40 Jahre DSF – „Deutsch-Sowjetische Freundschaft“.
Die ostdeutsche Soljanka, auch Wurst-Soljanka genannt, ist im Grunde eine Restesuppe, in der Braten- und Wurstreste Verwendung finden – in Zeiten der DDR-Mangelwirtschaft eine beliebte Sache. Eine weitere Zutat ist Letscho, welches der Soljanka die rote Farbe und den tomatigen Geschmack verleiht. Letscho ist eigentlich ein ungarisches Schmorgericht aus Paprika, Tomaten und Zwiebeln. Überdies war es ein wichtiger Bestandteil der DDR-Küche und ist bis heute in jedem ostdeutschen und zunehmend auch in westdeutschen Supermärkten in Gläsern erhältlich.
Ursprünglich stammt die Soljanka natürlich aus Russland. Es handelt sich hierbei um eine säuerliche Suppe mit Fleisch, Fisch oder in der vegetarischen Version, die ihre Säure durch die Zugabe von Salzgurken erhält. Daher auch ihr Name, welcher sich von sol’ (соль) = Salz ableitet.
Alle Zutaten würfeln. Die Jagdwurst und die Salami in einem Topf scharf anbraten, danach die Zwiebeln und Paprika zugeben und kurz mitbraten.
Letscho bzw. Dosentomaten, Gurken, Ketchup bzw. Tomatenmark, Brühe, ein halbes Glas Gurkenwasser, Lorbeer und Piment hinzufügen.
Alles bei kleiner Hitze ca. 30 Min. köcheln lassen, mit Gewürzen abschmecken.
Zur besseren Verdauung empfiehlt sich ein Original Rostocker Kümmel Schnaps. Guten Hunger!
Kino: Akustičeskij koncert (1987). Die Küchensession der russischen Kultband.
Die Trockenpilze gut waschen und in etwa 1,5 - 2 l Wasser kochen, bis sie weich sind. Herausnehmen und kleinschneiden.
Möhre, Petersilienwurzel und 1 Zwiebel fein würfeln und mit den Pilzen in die Pilzbrühe geben und auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. Alternativ die frischen Pilze putzen, zerkleinern und mit Möhre, Petersilienwurzel und Zwiebel zu einer Pilzbrühe verarbeiten.
Die restlichen Zwiebeln fein würfeln und in Butter glasig braten. Gebratene Zwiebeln, gewürfelte Salzgurken, Tomatenmark, Kapern und Olivenscheiben zur Pilzbrühe geben und weitere 10-15 Minuten auf schwacher Flamme weiterkochen.
Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit saurer Sahne und Kräutern servieren. Dazu natürlich Wodka und Graubrot.
Prijatnogo apetita! (”Guten Appetit!”)