Eine Fibel für den geneigten Jungkosmonauten
Der Kosmos erklärt in Stichworten. Den Anlass dazu gab eine Klub 40º East-Meets-West-Party, die am 19.03.2005 im JZ Kamp stattgefunden hat.
Fälschliche Bezeichnung für Kosmonaut.
Lage 45,63° Nord, 63,26° Ost (nördlich des Syr-Darja in der kasachischen Steppe). Minimale Inklination: 49°, maximale Inklination: 99°. Baikonur ist Rußlands größtes Kosmo-drom, das einzige für bemannte Flüge und mit Startrampen für die großen Energija- und Proton-Raketen. Es ist auch unter dem Namen Tyuratam bekannt. Leninsk am Syr-Darja und an der Bahnlinie ist der “Hauptort” des Zentrums. Es hatte in Spitzenzeiten eine Bevölkerung von ca. 150.000 Menschen. In Leninsk gibt es eine Radiostation, einen Flughafen, ein Kino, die Bar „Bar“ und die Ordshonikidse-Schule des Moskauer Luftfahrt-Instituts.
Beliebter Kosmonautentreffpunkt im Kulturpalast Kamp. Die Bar Konur bietet in gepflegter Atmosphäre und mit charmantem Personal ihren Gästen Starthilfen zu irdischen Preisen. Dazu empfiehlt sich die nicht nur im Kosmos beliebte Kosmonautennahrung (=Zakuski)
Der Legende zufolge soll es sich bei diesen beiden Geschöpfen um Streifenhörnchen handeln, die infolge bislang unerforschter evolutionärer Prozesse unter Weltallbedingungen zu Hunden mutierten. Gagarin berichtete nach seiner Landung verwundert, er habe beim Vorbeiflug an einer Raumkapsel Hundebellen vernommen.
Alberne Erfindung der turbokapitalistischen NASA. In Baikonur dagegen zählt man so, wie vernünftige Menschen es tun: Von eins bis zehn (russ. отсчёт; otstschjot).
Tarnbegriff für Kosmonautentraining
Ein Fünfkopekenstück hätte ausgereicht, um die defekte Luftklappe des Raumschiffes „Sojuz 11“ zu schließen, in dem die Kosmonauten Dobrovol’skij, Volkov und Pacaev 1971 erstickten. Ursprünglich hatten Leonov, Kolodin und Kubasov fliegen sollen, doch nachdem man bei letzterem Tuberkulose entdeckt zu haben glaubte (die sich später als simple Allergie entpuppte), schloss man sie vom Flug aus.
Gagarin, Jurij Alexejewitsch, sowjetischer Kosmonaut, * 1934, † (Flugzeugabsturz) 1968; umkreiste am 12.04.1961 als erster Raumfahrer die Erde. Wegen seiner niedlichen Nase und seines anmutigen Lächelns noch immer als Spind-Pin-Up der Kosmonautinnen in Baikonur beliebt.
Die bei der Raumfahrt zur Überwindung der Schwerkraft notwendigen hohen Geschwindigkeiten können nur mit Raketen erreicht werden. Sobald die Raketenendstufe oder der Raumgleiter die für die Erdumlaufbahn nötige Geschwindigkeit erreicht hat (7,9 km/s für Bahnen in niedriger Höhe) fliegt der Raumflugkörper antriebslos weiter.
Siegmund, gen. „Flugvater Jähn“ turnte als erster Deutscher im Kosmos. In Bielefeld ist sogar der innenstädtische Hauptplatz nach ihm benannt, was jedoch den meisten unbekannt ist. Die fälschliche Bezeichnung „Jahnplatz“ resultiert aus einem bedauerlichen Versehen des Unternehmens „StarSign“ in St. Petersburg (Florida, USA), das auch für die volkstümliche Fehlbenennung der Bielefelder Elsa-Brändström-Straße verantwortlich ist. Ursache: Akuter Umlautmangel.
Vladimir Michailovič Komarov, Held der Raumfahrt, kam 1966 beim Aufprall seiner Raumkapsel auf die Erde ums Leben. Der Fallschirm von Sojuz 1 hatte sich beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre nicht geöffnet. Heute tragen ein Planet, eine Schule und eine beliebtes Klappmesser seinen Namen.
Weltordnung, Weltall. Kurz für Kosmonauten-OrientierungsSystem; gibt den Anstrengungen der Kosmonauten erst einen Sinn und sorgt für den ideologischen Überbau. Die von der Gleichstellungsbeauftragten geforderte weibliche Form lautet Cosima.
Diätetische Speisen mit hohem Brennwert, die beim Kosmonautentraining gereicht werden, um den Zustand der Schwerelosigkeit ein wenig herauszuzögern. Auch als Zakuski bezeichnet. In der sowjetischen Raumfahrt hat sich Graubrot mit Hering bewährt.
Das diesjährige Kosmonautentraining für den Jungkosmonauten wird am 19.03.2005 im Kulturpalast Kamp absolviert. Überprüft werden die Probanden auf ihre Abflug- und Koordinationsfähigkeit, letzteres beim obligatorischen gleichzeitigen Trinken und Tanzen. Ziele sind Schwerelosigkeit und ein höheres Bewusstsein; unter allen Umständen zu vermeiden sind Bewusstlosigkeit und Schwermut.
Beliebter Treffpunkt für Jungkosmonauten außerhalb des Kosmos zum Tanzen und Feiern. Der Kulturpalast Kamp wurde der Jugendzeitschrift „Junger Komsomolze“ unter die 10 besten Kulturklubs des Landes gewählt.
Der erste und schnellste Hund im All, der 1957 in einem speziellen Raumanzug durch die Galaxie schwebte. Wurde zu Sternenstaub. Dennoch 1957 auf einer rumänischen, 1962 auf einer albanischen Briefmarke verewigt.
Pseudonym des BRD-Agenten Rolf D. Blume, der an einem fiktiven NASA-Flug teilnahm und von der BRD zum Astronauten erklärt wurde. Bekannt auch als „Flugschwabe“ (nicht zu verwechseln mit „Küchenschwabe“). In den allgemeinen Sprachgebrauch ist der „Merbold“ als Bezeichnung für eine besonders tückische Koboldart eingegangen, die in Kosmonautenkleidung aus dem Meer auftaucht und ahnungslose Schwimmer erschreckt.
Bayrisch für „wir”, aber in der Hauptsache russ. für „Frieden“ und „Welt“. Raumstation, die gebaut wurde, weil die Sowjetunion von Ausflügen zum Mond absah und etwas Spektakuläreres schaffen wollte, nachdem die USA ihre prosaische Mondlandung gemeldet hatten.
Die angebliche Landung der NASA auf dem Erdtrabanten hat niemals stattgefunden! Nach Erkenntnissen des KGB Abt. DeMyt wurde die Landung in einem Freizeitpark im Sauerland simuliert. Das angebliche Beweismaterial („Dokumentation“) stammte von Wernher von Braun und wurde von Leni Riefenstahl in Szene gesetzt. Günther Pfitzmann spielte Neil Armstrong.
Nach Entfernung des sowjetischen Banners auf dem Dach des Berliner Reichstagsgebäudes installierte Landefläche für ETDs (Extraterrestrische Diplomaten), die bislang aufgrund fehlender Auslastung hauptsächlich für Kindergeburtstagsgesellschaften (Sackhüpfen, Eierlaufen, Blinde-Kuh-Spielen; Kegelbahn in Vorbereitung) vermietet wird. Glasverkleideter Nachbau des berühmten Tatlinschen Turmes zur III. Internationalen.
US-amerikanische Bezeichnung für antiimperialistische Planetenansammlungen am Rande unseres Sonnensystems. Besonders der Planet Uranus und sein beinahe unbekannter Trabant Urakus gelten der US-Regierung als Bedrohung und sollen mithilfe des so genannten Sternenkrieg-Programmes von feindlichen Übernahmen abgehalten werden. Diskutabel ist noch, nach welchen Gesetzen gegen Uranus und Urakus vorgegangen werden soll. Gemunkelt wird, auf dem Planeten Bykov, der auch der Ochse des Bösen genannt wird, sei ein Sternengesetzbuch hinterlegt worden.
Russ. “Kleiner Weggefährte”, erster künstlicher Satellit in der Umlaufbahn der Erde. Der 83,6 kg schwere Satellit wurde am 4.10.1957 gestartet und enthielt einen Funksender, der genau 21 Tage aktiv war und ein Kurzwellensignal (20 MHz und 40 MHz) ausstrahlte. Er verglühte 57 Tage nach dem Start, als er wieder in die Erdatmosphäre eintrat.
Szarlotka Wiśniewska, eine von der Raumfahrtsgeschichtsschreibung leider vergessene polnische Kosmonautin. Lebt heute in Warschau. Um ihre Anfälle von nervösen Spannungen vor dem Start in den Kosmos zu lindern, trank sie gerne (und heimlich) eine Mischung aus Apfelsaft und Żubrówka – verfeinert mit einem Hauch von Zimt. In Kosmonautenkreisen ist das Getränk unter ihrem Vornamen “Szarlotka” bekannt.
Valentina Vladimirovna Tereschkova, sowjetische Kosmonautin und Textiltechnologin, * 6.3.1937 in Maslennikovo (Jaroslavl), UdSSR; wurde noch vor Miss Venus Smith (USA) als erste Frau und 12. Mensch überhaupt in den Kosmos geschickt, um dort die Raumtauglichkeit von Baumwolle und Tubenwodka zu testen. Ferner konnte sie dort ihrem Hobby (Fallschirmspringen) unbeschwert weiter nachgehen. Heute züchtet sie Koi-Karpfen in Danilovo bei Jaroslavl.
Ledovskich (1957), Šaborin (1958) und Mitkov (1959) waren vor Gagarin im All, wo es ihnen aber so gut gefiel, dass sie nie zurückkehrten.
Russ. „Wässerchen“; hochprozentiger osteuropäischer Trinkbranntwein, der mindestens 40 Umdrehungen per 0,75l-Flasche haben sollte. Kanadische Wissenschaftler vermuten, dass in dunklen alkoholischen Getränken höhere Konzentrationen bestimmter Substanzen stecken, die die körpereigenen Botenstoffe locken, welche wiederum verantwortlich für Übelkeit und flauen Magen sind. Es ist daher ratsam, helle Alkoholsorten, wie Wodka, gegenüber den dunklen zu bevorzugen. Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätik in Aachen empfiehlt außerdem, zu jedem Wodka eine Salzgurke zu verzehren.